Das aus einer hawaiianischen Tradition stammende Stand-up-Paddling (SUP) ist eine schnell wachsende Sport- und Freizeitaktivität geworden, die viele Vorteile für die Gesundheit, Fitness und Rehabilitation mit sich bringt. SUP ist der ideale Funsport und gleichzeitig ein ganzheitliches und gelenkschonendes Training. Die Kombination aus Kraft-, Ausdauer- und Koordinationsschulung eignet sich sowohl in der Prävention als auch in der Rehabilitation und wird von Sportmedizinern und Physiotherapeuten empfohlen.

Stand-up-Paddling hat einen hohen Entspannungscharakter und stellt ein Ganzkörpertraining dar, sowohl im Freizeitsport als auch in der Therapie. Das Therapeutische Stand-up-Paddling (T-SUP) gilt derzeit als Trendsportart unter den Sporttherapien, besetzt inzwischen einen festen Platz in der Rehabilitation und findet besonderen Einsatz bei Behandlungen von neurologischen, orthopädischen und onkologischen Beschwerdebildern.

Bedeutung

Das Prinzip des SUP ist leicht erklärt: Die Sportler stehen (stand up) breitbeinig in der Mitte auf einem Brett und bewegen es mit einem Paddel im Wasser fort. Der Körper ist dabei nach vorne gerichtet und das Paddel wird, wie beim Kanufahren, links und rechts eingetaucht, um das Brett zu steuern. Da das SUP sehr schonend betrieben werden kann, eignet es sich sowohl im Freizeitsport als auch in der Therapie. Das Therapeutische Stand-up-Paddling (T-SUP) gilt derzeit als Trendsportart unter den Sporttherapien und besetzt inzwischen einen festen Platz in der Rehabilitation. T-SUP findet besonderen Einsatz bei Behandlungen von neurologischen, orthopädischen und onkologischen Beschwerdebildern jeden Alters.

Fokus

Stand-up-Paddling ist eine relativ neue Sportart mit großem Trainingseffekt, aber auch mit Entspannungscharakter. Es ist ein Ganzkörpertraining, welches vor allem die Oberkörper-, Rumpf- und Schulter-Arm-Muskulatur stärkt und die Knie- und Fußgelenke stabilisiert. Außerdem fördert es die Koordinationsfähigkeit, trainiert die Tiefenmuskulatur und verbessert als Ausdauersportart die allgemeine Fitness. Auf diese Weise kann es dabei helfen, Gewicht abzubauen sowie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen und zu verringern. Die Intensität des Trainings bestimmt letztlich jeder selbst: Der Fokus kann beispielsweise auf kraftvollen, frequenten Paddelschlägen oder einem sanften Balancetraining liegen. Zusätzlich wirken das plätschernd dahinfließende Wasser, die Ruhe und die Natur kontemplativ und entspannend. Die Kombination aus körperlicher Anstrengung und Bewegung in der Natur trägt zur Ausgeglichenheit von Körper und Geist bei. Inzwischen werden spezielle Kurse angeboten, die das Stand-up-Paddling mit Entspannungstechniken kombinieren, wie zum Beispiel SUP-Yoga.

Die Hilde-Ulrichs-Stiftung weist auf T-SUP im Zusammenhang mit Parkinson hin und beschreibt die Vorteile der nicht-medikamentösen Behandlung. T-SUP sei ein Ganzkörper-Workout, bei dem sämtliche Muskeln und Muskelgruppen beansprucht werden. In der Tat haben physiologische Begleituntersuchungen gezeigt, dass beim T-SUP kaum ein Muskel im Körper unbeteiligt bleibt und der ganze Körper auf schonende Weise beansprucht wird. Vor allem sei es die feine und schwer zu trainierende Tiefenmuskulatur, die von dem ständigen Ausbalancieren profitiert. Die körperliche Beanspruchung erfolge dabei auf einem mittleren Aktivitätsniveau, sodass bei etwas Übung längere Phasen der Anspannung möglich sind und ein Trainingseffekt bald sichtbar wird. Auch auf dem Trockenen lässt sich die Tiefenmuskulatur auf dem wackligen Brett trainieren. Die hohe Muskelaktivität kann zum Beispiel bei Osteoporose-Patienten die Knochen stärken oder die Stützsicherheit trainieren.

Praxis

Die ersten Unterrichtsstunden sollten möglichst im Flachwasser stattfinden. Für bestimmte Bewegungsabläufe bleibt so mehr Zeit und Ruhe, sie zu erlernen. Der therapeutische Schwerpunkt liegt dabei in einer steten Verbesserung von Kraft, Ausdauer, Koordination, Gleichgewicht und Körperwahrnehmung. Erste Erfolgserlebnisse werden schnell sichtbar. Auch das Selbstwertgefühl und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten werden so gestärkt.

Sicherheit

Outdoorsportarten wie SUP erfordern erhöhte Sicherheitsmaßnahmen, insbesondere in der Therapieform. Neben der passenden Ausrüstung sollten Treffpunkte und Signale auf dem Wasser vereinbart werden. Außerdem gehört das Beobachten von Strömung, Wellen, Gezeiten, Wetterveränderung, Naturschutz- und Befahrungsregeln zur Aufgabe des SUP-Instruktors.

Tourenplanung

Für die Planung und Durchführung einer sicheren SUP-Tour sollten verschiedene Faktoren beachtet und immer wieder neu beurteilt werden. Als Planungswerkzeug zur Vorbereitung wird das Modell 3×3 des Schweizer Bundesamtes für Sport vorgestellt. Dabei werden die drei Faktoren Verhältnisse, Umgebung und Mensch regelmäßig neu beurteilt, Gefahren frühzeitig erkannt und mit entsprechenden Maßnahmen die Risiken minimiert. 3×3 bedeutet, sich Überlegungen zu folgenden Faktoren bei der (langfristigen) Planung, unmittelbar vor der Tour und währenddessen zu machen: Verhältnisse (Wind, Wetter, Temperaturen), örtliche Gegebenheiten (Umgebung, Strecke), Mensch (Sicherheit, Ausrüstung, Paddler).

 

Abbildung: victoria karlova / shutterstock.com

Quelle: shape UP 4/2022